Homepage des DFG Projekts Yasujirô Ozu und der westliche Film

Yasujirō Ozu und die Ästhetik seiner Zeit

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Hier finden Sie das Konferenzprogramm und die Abstracts auf Deutsch und Englisch.
[Here you find the conference programme with the abstracts in German and English.]

 

Yasujirō Ozu und die Ästhetik seiner Zeit

Tagung am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main vom 29./30. Januar 2016

Im Rahmen des DFG-Projekts Yasujirō Ozu und der westliche Film
Weitere Informationen auf www.ozu-projekt.de
Kontakt: Dr. Andreas Becker, a.becker@tfm.uni-frankfurt.de

Yasujirō Ozus Arbeiten prägen mehrere Epochen des Films und sind stilbildend für eine ganze Ära. Umgekehrt ist bekannt, wie intensiv Ozu die Ästhetik seiner Zeitgenossen aufnahm und sich von dieser inspirieren ließ. Die Absicht der Tagung ist es, diese ästhetischen Bezüge und Wechselwirkungen zu verorten und komparativ zu erschließen. Welche ästhetischen Stile hat Ozu aufgegriffen? Und wie hat er die Zeitgenossen beeinflusst? Welche Bezüge gibt es zu anderen Regisseuren, Schauspielern? Wo bedient sich Ozu bestimmter ›Moden‹ und Trends und wo bricht er mit diesen? In welcher Hinsicht ist Ozu ein Modernist und wo ist er ein Traditionalist? Wie lässt sich die Filmgeschichte aus der Perspektive der Ozu-Filmforschung erzählen? Welche Motive und Stoffe greift er auf und wie behandelt er diese im Vergleich zu anderen Regisseuren? Dabei referiert Ozu nicht allein auf den ästhetischen Corpus des Films, sondern bezieht sich auf verschiedenste japanische Künste wie das Kabuki-Theater, Nō-Theater, die japanische Kalligraphie und Malerei, japanische Literatur sowie auf die buddhistische (und shintōistische) Kultur seiner Zeitgenossen. Weitere Themenfelder sind: Das Kulinarische bei Ozu (und auch anderen Regisseuren), die kulturelle Zitation und Allusion. Welche Bedeutung und Funktion haben Stereotype für die Filmerzählung Ozus und seine Ästhetik? Welche Möglichkeiten und welchen Spielraum gibt es für die Erzählung bestimmter Stoffe? Ist Ozu ein buddhistischer Filmemacher? Welche Funktion hat der Buddhismus und die Religion? Die Tagung möchte eine Möglichkeit zu einem offenen Austausch über diese Fragen geben und eröffnet mit einem Filmabend am 29. Januar. Die Vorträge finden am 30. Januar am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main statt.

Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Für eine Simultanübersetzung der deutschsprachigen Vorträge ist gesorgt.

 

Yasujirō Ozu and the Aesthetics of his Time

Conference at the Institute for Theater, Film and Media Studies, January, 29th-30th,  2016

The conference takes place within the framework of the DFG-project (DFG: German Research Foundation) Yasujirō Ozu and the Western film
For further information: www.ozu-projekt.de
Contact: Dr. Andreas Becker, a.becker@tfm.uni-frankfurt.de

Yasujirō Ozu’s oeuvre had an influence that shaped a whole era. Also it is widely known how interested Ozu was in the aesthetics of his contemporaries. The aim of the conference is to locate the aesthetic references and develop a comparative analysis. What contemporary influences did he pick up? How did he influence his contemporaries? What references to other directors, actors and aesthetic styles can be discovered? Where did Ozu adopt certain styles and trends and where did he break with these? In what way is Ozu a modernist and in which way a tradionalist? How can the history of film be explored from a perspective of Ozu-film research? What motives and stories does he pick up and how does he adopt these compared to other directors? But Ozu’s references are not just to be found in the aesthetics of film but also in other Japanese arts like Kabuki-theatre, Nō-theatre, Japanese calligraphy and painting, Japanese literature as well as Buddhist (and Shinto) culture. Other topics are: culinary pleasures, cultural rereading and allusions. What significance and function have stereotypes for the narration and the aesthetic of his films? What possibilities and what margin can be found for certain topics? Is Ozu a Buddhist filmmaker? What importance has Buddhism or religion in general?

The conference wants to be a forum for an open exchange on these questions. 

The conference languages are German and English. There will be an English translation.

 

Programm [programme]

29.01.16, Freitag [Friday]

Bockenheim Studierendenhaus

18:00
Film screening Ozu »Tōkyō no onna« (»Women of Tōkyō«, 1933) [film screening]Pupille-Kino, 60325 Frankfurt (Studierendenhaus, Mertonstr. 26-28, Bockenheim)

Eintritt frei [Free Entrance]

30.01.16, Samstag [Saturday]

Campus Westend (IG-Farben-Haus), Norbert-Wollheim-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Seminarhaus – SH 4.101

(Anfahrt [route map]: http://www.tfm.uni-frankfurt.de/finden/index.html)

9:00
Begrüßung/Eröffnung [welcome/opening]

Woojeong Joo [J]
Connecting Ozu’s Wartime and the Postwar through Memory and Nostalgia

Jörg Schweinitz [CH]
Visuelle Zirkulation. Internationale Stereotype des frühen Tonfilms und ihre Aneignung bei Ozu Anfang der 1930er Jahre
[Visual Circulation. International Stereotypes of the Early Sound Film and Ozus adoption in the 1930s]

Kayo Adachi-Rabe [G]
Die Struktur des Schicks im Film. Yasujirō Ozu und Shūzō Kuki
[The Structure of chic in Film. Yasujirō Ozu and Shūzō Kuki]

10:30
Diskussion [discussion]

11:00
Kerstin Fooken [GB]
City Girls – Ozu und die frühen Stars des japanischen Films
[City Girls – Ozu and the Early Stars of the Japanese Film]

Stefanie Kreuzer [G]
Einfach(es) Essen im Film? – Edwards’ Breakfast at Tiffany’s (USA 1961) und Ozus The Taste of Green Tea Over Rice (J 1952)
[Simply Eating in Film?  – Edwards’ Breakfast at Tiffany’s (USA 1961) und Ozus The Taste of Green Tea Over Rice (J 1952)]

12:00
Diskussion [discussion]

12:30
Mittagspause [lunch break]

13:30
Marcos Centeno [GB]
Method Directors. Some Similarities on Susumu Hani and Yasujirō Ozu’s Contemplative Filmmaking

Simon Frisch [G]
Ozu in den Cahiers du cinéma [Ozu in the Cahiers du cinéma]

Andreas Becker [G]
Ozus Zeitgenossen. Skizze einer möglichen Ozu-Forschung
[Ozu and his Contemporaries. A Little Draft of a Possible Ozu-Research]

15:00
Kaffeepause [coffee break]

16:00
Abschlussdiskussion [concluding discussion]

 

Im Rahmen der Konferenz wird am Freitag, den 29.1.2016 TOKYO NO ONNA von YASUJIRO OZU in der Pupille – Kino in der Uni gezeigt.

Woman_of_Tokyo_002[1]

 Chikako (Yoshiko Okada) lebt mit ihrem Bruder, dem Studenten Ryōichi (Ureo Egawa), zusammen und finanziert dessen Studium. Als Ryōichi von seiner Freundin Harue (Kinuyo Tanaka) erfährt, dass Chikako in einem Nachtclub arbeitet und ein Doppelleben führt, nimmt die Geschichte einen tragischen Verlauf.
Wie in keiner anderen seiner Arbeiten ist der Bezug zum westlichen Film so konkret zu fassen wie in Woman of Tokyo: Ozu übernimmt eine ganze Passage aus Ernst Lubitschs Filmepisode The Clerk aus If I Had a Million (1932) und platziert sie in seinem Film. So erscheint die Entwicklung von Ozus Stil unmittelbar an seine Rezeption westlicher Filme, insbesondere die Ernst Lubitschs, geknüpft.

Ort und Zeit:
Freitag, 29.1.2016, 18 Uhr
Pupille – Kino in der Uni
Studierendenhaus
Mertonstr. 26-28
60325 Frankfurt am Main

 

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